Verein Schweizer Phantastikautoren

Wenn der Nachthösligeist zuschlägt


Der Fotograf und Autor Yves Müller (YM) sowie die Wissenschaftlerin und VSPA-Mitglied Anna-Katharina Höpflinger (AKH) haben im Februar auf ihrer Seite ossarium.ch eine Ausschreibung für Fantasy-Stories gestartet. Sie suchen dort nach Geistergeschichten mit einem Schweizerbezug.


© Yves Müller

Na, wenn das nicht ein Thema für den Verein Schweizer Phantastikautoren ist? Die beiden haben sich bereit erklärt, dem Verein zur Ausschreibung Rede und Antwort zu stehen.

 Wie seid ihr auf das Ausschreibungsthema gekommen?

YM: Anna und ich kennen uns seit einer gefühlten Ewigkeit. Wir haben Einiges zusammen zu Friedhofsbräuchen und Tod publiziert, wobei das Wichtigste – für mich zumindest – unser Ossarium. Beinhäuser der Schweiz-Buch ist. Darin geht es um römisch-katholische Kapellen, in den im Sinn einer Zweitbestattung die Knochen von Verstorbenen aufgehoben werden. Im Zug unserer Recherchen stiessen wir immer wieder auch auf Geistergeschichten, was uns auf die Idee dieser Ausschreibung brachte.


© Yves Müller

Wer ist denn dieser Nachthösligeist?

AKH: In der Kapuzinergruft in Palermo soll eine der dort ruhenden Mumien des Nachts Unterwäsche von Damen klauen und verstecken. Diese Geschichte hat uns inspiriert und zum Nachdenken gebracht: Wie entstehen Geisterideen? Was sagen sie über das Leben aus? Und vor allem: Was haben sie mit unseren Vorstellungen von Sünde und Moral zu tun?

Ganz unter uns: über welchen Geist würdet ihr meeeega gern eine Einsendung erhalten? Ausser dem Nachthösligeist höchstpersönlich natürlich.

AKH: Wie wäre es mit einem Geisterokapi, das den Zürcher Zoo in Aufruhr versetzt?

YM: Mir spielt das nicht so eine Rolle, ich bin gespannt auf jede Einsendung und freue mich auf die gedanklichen Eskapaden (oder Okapiaden) der Autoren und Autorinnen.

Habt ihr einen Tipp, wo sich Autoren inspirieren lassen können für diese Ausschreibung?

AKH: Ich würde empfehlen, Schweizer Sagen als Inspiration zu nehmen. Was ich daran mag, ist die Verbindung von leichtem Horror und feinem Humor. Sie sind oft absurd und trotzdem glaubwürdig. Wir suchen genau nach dieser paradoxen Mischung.

YM: Für mich ist inspirierend, was wir bei unserer Recherche zu Bestattungspraktiken angetroffen haben. Es scheint in fast jedem Friedhof irgendeine Geistergeschichte zu geben, die man sich im Ort erzählt. Besucht also Räume, an denen es spukt, und lasst Euch vor Ort inspirieren.


© Yves Müller

Wie läuft die Auswahl der Geschichten ab?

YM: Die Geschichten werden anonymisiert, dann von uns gelesen und mit einer Bewertung versehen. Danach vergleichen wir die Bewertungen, diskutieren jede Geschichte einzeln und wählen schliesslich aus.

AKH: Auswahlkriterien sind, neben der Einhaltung der Vorgaben, das Thema und die Themenrelevanz, der Spannungsbogen und Aufbau der Story, die Lesendenführung, die Ausarbeitung der Charaktere und des Settings, der Schreibstil und die Orthographie.

YM: Wir hoffen natürlich auf viele tolle Geschichten und freuen uns darauf, diese zu lesen. Also liebe Autoren und Autorinnen: Ran an die Tasten! Schickt uns Eure Geschichten bis am 31. Juli 2019 auf contact@ossarium.ch

Alle weiteren Informationen findet ihr unter
https://ossarium.ch/index.php?contentID=ausschreibungen&lang=de

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